NEIN zur Ernährungsinitiative - NEIN zum Vegan-Zwang
12. August 2026
Am 27. September 2026 werden wir über die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ernährungsinitiative)» abstimmen. Diese verlangt einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent durch:
- Ausrichtung von Produktion und Konsum auf pflanzliche statt tierischer Lebensmittel
- Reduktion von Food Waste
- Sicherstellung von Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit sowie samenfestem Saat- und Pflanzgut
- Förderung einer umwelt- und klimabewussten Land- und Ernährungswirtschaft
Die IG BauernUnternehmen empfiehlt die Initiative klar abzulehnen. Eine Annahme der Initiative würde die produzierende Landwirtschaft an die Wand fahren, die Konsumfreiheit einschränken, die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben und den Einkaufstourismus fördern.
Die Initiative für eine sichere Ernährung setzt mit einem Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent ein unrealistisches Ziel. Dieses liesse sich nur erreichen, indem der Staat den Konsum von tierischen Lebensmitteln drastisch einschränkt. Die Schweizer Bevölkerung müsste sich mit einer Ernährung wie zu Kriegszeiten zufriedengeben.
Konsumfreiheit ade. Schweizerinnen und Schweizer müssten sich künftig nicht nur vegetarisch, sondern vorwiegend vegan ernähren. Um dies sicherzustellen, wäre eine direkte Bevormundung und staatliche Vorgaben nötig, was wir essen dürfen und was nicht.
Tiefere Erträge. Der Initiativtext sieht unsinnige Auflagen für den einheimischen Anbau vor. So zum Beispiel die Verwendung von samenfestem Saatgut. Züchtungs- und damit ertragsmässig würde uns das um 100 Jahre zurückwerfen. Die Erträge pro Fläche von pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Getreide, Raps, Kartoffeln, u.a.m. würden dramatisch sinken.
Versorgungssicherheit leidet. Unser Land ist topografisch bedingt ein Grasland. In den Bergen, in den voralpinen Hügelgebieten, im Jura und auch an vielen Orten des Mittellandes sind die Flächen so steil, dass nur eine Grünlandnutzung möglich ist. Ohne Nutztiere fallen diese für die Lebensmittelproduktion weg. Hofdünger sind auch wichtig für fruchtbare Böden und die Versorgung der pflanzlichen Kulturen.
Teurere Lebensmittel. Die neuen Auflagen und die geringere Verfügbarkeit würden die einheimischen Lebensmittel verteuern. Besonders einkommensschwache Haushalte könnten sich gesunde, regionale Lebensmittel immer weniger leisten.
Arbeitsplatzverlust. Weniger Tiere, weniger Ertrag im Pflanzenbau, mehr Konkurrenz durch Einkaufstourismus, das alles reduziert die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Der Strukturwandel würde sich beschleunigen und unzählige Arbeitsplätze gingen verloren.
Mehr Einkaufstourismus. Die freie Verfügbarkeit von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukte oder Eier zu bezahlbaren Preisen dürfte es in der Schweizer Läden nicht mehr geben. Wer keine Lust hat, sich bezüglich Essen bevormunden zu lassen, deckt sich im umliegenden Ausland ein.
Berglandwirtschaft gefährdet. Ohne Nutztiere steht die Landwirtschaft im Berg- und Alpgebiet vor dem Aus. In der Folge verbuschen und verwalden diese Gebiete. Wertvolle und vielfältige Kulturlandschaften gingen verloren.
Bundesrat und Parlament sagen einstimmig, klar und deutlich NEIN. Für sie sind die Forderungen der Initiative nicht realisierbar. Sie sehen darin weitreichende negative Folgen für die Produktion und den Konsum von Lebensmitteln in der Schweiz. Denn eine Annahme hätte zur Folge, dass der Staat tiefgreifend in die landwirtschaftliche Produktion eingreifen müsste, was je nach Ausgestaltung der Massnahmen hohe Kosten für den Bundeshaushalt verursachen könnte. Berechtigte Anliegen der Initiative wie die Stärkung der Ernährungssicherheit und die Reduktion des ökologischen Fussabdrucks der Land- und Ernährungswirtschaft werden im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik AP 30+ bereits angegangen. Eine Verfassungsänderung ist dafür weder nötig noch zielführend.
Zwängerei. Ähnlich gelagerte Initiativen aus dem Agrar- und Umweltbereich scheiterten in den letzten Jahren deutlich: Die Fair-Food-Initiative, die Trinkwasserinitiative, die Pestizidinitiative, die Massentierhaltungsinitiative und die Biodiversitätsinitiative kamen an der Urne jeweils nicht über 40 Prozent Zustimmung hinaus.
Mehr Informationen: Komitee gegen die Ernährungsinitiative
Podiumsdiskussion zur Ernährungsinitiative
Der Verein Junglandwirtinnen und Junglandwirte Bern organisiert am Mittwoch, 26. August 2026 um 20 Uhr auf dem Betrieb der LGZ in Zimmerwald, Waldstrasse 49 eine Podiumsdiskussion zusammen mit der Initiantin Franziska Herren und dem Direktor des SBV Martin Rufer. Dazu seid Ihr alle eingeladen.
Mehr Informationen