Jahrestreffen vom 23. Januar 2026
von Redaktion
Medienmitteilung | 27.01.2026
Anlässlich des jährlichen Gönnertreffens mit spannenden Referaten zu den Themenkreisen «Klimafreundliche Landwirtschaft», «Vertragspaket Schweiz-EU» sowie «AP 30+» fordert die IG BauernUnternehmen unter dem Eindruck der anhaltenden geopolitischen Krisen und Unsicherheiten konkrete Lösungswege für eine zukünftige Agrarpolitik. Dazu gehören ein massiver Abbau der Bürokratie und Regulatorien sowie eine vermehrte Förderung der Eigenverantwortung und unternehmerischer Freiheiten auf sämtlichen staatlichen Ebenen. Weiter wird eine Verstärkung des Grenzschutzes beim Import von Halbfabrikaten und Teiglingen sowie einen Importstopp bei Milchprodukten und Milchpulver für die industrielle Verarbeitung gefordert. Es braucht volle Transparenz und eine Stärkung der gesamten Wertschöpfungskette zugunsten der Versorgungssicherheit unserer Bevölkerung.
Auf dem Maschinenbetrieb der Firma Daniel Haffa im Mattwil TG konnte Präsident Samuel Guggisberg vor über 100 Interessierten die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft erläutern. Jürg Maurer, Leiter Wirtschaftspolitik des Migros-Genossenschafts-Bundes erläuterte die Ziele des Klimabündnisses Landwirtschaft, welches 2025 zusammen mit den grössten Einzelhändlern gegründet wurde. Sie bestehen in der Reduktion der Treibhausgasemissionen auf Netto-Null durch die Umsetzung wirksamer Massnahmen, die ganzheitliche, nachhaltige Anbaumethoden fördern, ohne die heimische Produktion zu verringern. Die Einführung eines standardisierten Datenaustauschs entlang der Wertschöpfungskette sowie die Entwicklung eines Finanzierungsmodells, das die Herkunft und Verwendung der Mittel sicherstellt und Marktverzerrungen verhindern soll. Sicherstellen, dass die von den Erzeugern erbrachten Leistungen von Abnehmern wie Verarbeitern, Handel und Industrie vergütet werden.
Die IG BauernUnternehmen weist darauf hin, dass unsere Landwirte Verantwortung übernehmen und so zu einer besseren Klimabilanz beitragen. Gerade, weil wir selbst sehr stark vom Klimawandel betroffen sind. So konnten wir die Treibhausgasemissionen seit 1990 um über 11% senken und die Emissionen aus dem Treibstoffverbrauch gingen sogar um über 20% zurück.
Nationalrat Martin Haab, Präsident des Zürcher Bauernverbandes erläuterte das «Vertragspaket Schweiz-EU aus Sicht der Landwirtschaft». Bei einer Annahme des Vertrages würden unsere Schweizer Agrarstruktur, unsere bäuerliche Vielfalt und die hohen Standards ausgehöhlt und sogar ausgehebelt. Der Vertrag beinhaltet eine zunehmende Zentralisierung, zusätzliche Regulierungen und Kontrollen. Wir müssen uns auch in Zukunft für eine produzierende Landwirtschaft einsetzen, die mit Hilfe modernster Technologien Nahrungsmittel in der Schweiz herstellt und für eine unternehmerische Land- und Ernährungswirtschaftspolitik eintritt. Denn nur so verbessern wir kontinuierlich unsere Produktions- und Verarbeitungsmethoden, um die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten an nachhaltige und gesunde Lebensmittel zu erfüllen. Und erreichen schliesslich eine positive landwirtschaftliche Wertschöpfung.
Landwirt Jürg Haas aus dem Messen SO erläuterte die AP 30+ aus Sicht der produzierenden Landwirtschaft. Statt in die Zukunft zu blicken, will die Verwaltung noch mehr widersinnige Vorgaben und Regulierungen einführen. Dem ist konsequent entgegenzuhalten: Wir Landwirte und Landwirtinnen übernehmen unsere Verantwortung. Hier benötigen wir einen konsequenten Systemwechsel. Nach jahrelanger Ökologisierung unserer Landwirtschaft brauchen wir mit der neuen AP 30+ marktgerechte und produzentenbezogene Instrumente, die in Zukunft unsere Versorgungssicherheit als den Produktionsauftrag garantieren. Für einen modernen Ackerbau ist es zwingend, dass diverse unnötige Programme gestrichen werden und diese zugunsten von Effizienzbeiträgen – nämlich in Franken pro Tonne verwertbarem Erntegut – umgelagert werden. Unsere Bauernfamilien wollen sich auch in Zukunft für eine nachhaltige und sichere Ernährung der Bevölkerung einsetzen. Denn kaum ein anderer Beruf besitzt eine so verantwortungsvolle Natur- und Tierverbundenheit. Wir alle wollen uns als selbständige Unternehmen einsetzen und unsere unternehmerische Selbstständigkeit bewahren.