Agrarbericht 2025 – Landwirtschaft mit Existenzängsten
von Redaktion
Medienmitteilung | 26. November 2025
Agrarbericht 2025 – Landwirtschaft mit Existenzängsten
Im kürzlich vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) publizierten «Agrarbericht 2025» wird festgehalten, dass unsere Bäuerinnen und Bauern im letzten Jahr weiterhin mit sinkenden Einkommen kämpfen. Zudem belasten ändernde Vorgaben sowie eine zunehmende Regulierungs- und Meldepflicht die tägliche Arbeit auf dem Hof. Kein anderer Berufszweig arbeitet 50 Stunden pro Woche und kann sich oft nur mit Nebeneinkünften finanziell über Wasser halten. Immer weniger Landwirtschaftsbetriebe haben eine Schweizer Bevölkerung von mittlerweile über 9 Millionen Einwohner zu ernähren. Im Rahmen der AP 30+ ist für einen modernen Ackerbau zwingend, dass diverse nichts bringende Programme gestrichen werden und diese zugunsten von Ressourceneffizienzbeiträgen – nämlich in Franken pro Tonne verwertbares Erntegut – umgelagert werden.
Die Milchproduktion blieb 2024 stabil und erreichte erneut rund 3,7 Millionen Tonnen – obwohl die Zahl der Betriebe weiter sinkt. Diese ist innerhalb eines Jahres um 2,5 Prozent gesunken und im Vergleich zu vor 25 Jahren existieren heute weniger als die Hälfte der Betriebe. Die übergebliebenen Höfe werden derweil grösser und spezialisierter. Die durchschnittliche Betriebsfläche stieg seit 2000 von 19 auf knapp 30 Hektaren. Mit 47 075 Landwirtschaftsbetrieben im Jahre 2024 haben diese innerhalb eines Jahres um deren 644 Betriebe abgenommen, während die durchschnittliche Betriebsgrösse zunahm. Dank optimaler Fütterung, besserer Haltungsbedingungen und Züchtungen zeigt die Entwicklung der Milchproduktion weiterhin nach oben; dies trotz einer Abnahme der Anzahl Betriebe und sinkender Kuhbestände. Gleichzeitig ist die Milchproduktion auch stark unter Druck, denn für viele Betriebe ist die Milchproduktion wirtschaftlich kaum mehr attraktiv.
Das vergangene Jahr war für den Pflanzenbau seit langer Zeit eines der schwierigsten Jahre. Die nass-kühle Witterung, die vielerorts Erntearbeiten erschwerte, die Böden längere Zeit unbefahrbar machte und den Krankheitsdruck massiv erhöht hatte. Der Anteil an importiertem Frischgemüse war mit 41 Prozent wiederum sehr hoch. Beim Pflanzenschutz verzeichnen wir einen selbstverschuldeten Engpass und wird für uns zur strategischen Gefahr. Es fehlen wichtige Wirkstoffe und ohne Notfallzulassungen ist kein wirksamer Schutz mehr möglich. Mit der Parlamentarischen Initiative von NR Bregy, welche für die Wintersession traktandiert ist, soll ein moderner Pflanzenschutz auch in der Schweiz möglich sein. Darin wird verlangt, dass die Schweiz die Zulassung von Wirkstoffen, die Entscheide der EU übernimmt. Denn es stellt eine zusätzliche Belastung dar, dass von der EU bewilligte Pflanzenschutzmittel in der Schweiz nochmals einer Bewilligung bedarf. Dies würde zu einer raschen und deutlichen Verbesserung unserer Landwirtschaft führen.
Unsere Bauernfamilien wollen sich auch in Zukunft für eine nachhaltige und sichere Ernährung der Bevölkerung einsetzen. Das ist aber nur möglich, wenn widersinnige Vorgaben und Regulierungen konsequent abgebaut werden. Denn kaum ein anderer Beruf besitzt eine so verantwortungsvolle Natur- und Tierverbundenheit. Sie alle wollen sich als selbständige Unternehmen einsetzen und ihre unternehmerische Selbstständigkeit bewahren möchten.
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